Graswachstum im Aufwind
Mit zunehmenden Sonnenstunden steigt auch die Bodentemperatur, welche in der Talzone bereits zwischen 8 und 10 ° Celsius liegt. Erste Vollweidebetriebe haben bereits gegen 90% Weidefutteranteil in der Gesamtration. Kalte Nächte dürften das Wachstum nächste Woche aber noch einmal bremsen.
Ausserdem: Zupftest für Neuansaaten, Farmwalks auf verschiedenen Betrieben
Inhaltsverzeichnis
Wachtumsbericht
Mit zunehmenden Sonnenstunden steigt auch die Bodentemperatur, welche in der Talzone bereits zwischen 8 und 10 ° Celsius liegt. Die Bodentemperatur kurbelt das Graswachstum und die Stickstoffmineralisierung an. In der Talzone der Zentral- und Ostschweiz liegt der tägliche Zuwachs bereits zwischen 50 und 100 kg TS/ha. Der zweite Umtrieb wurde verbreitet schon vor 14 Tagen angefangen und erste Vollweidebetriebe haben bereits gegen 90% Weidefutteranteil in der Gesamtration. Kalte Nächte dürften das Wachstum nächste Woche aber noch einmal bremsen.
Weidefläche planen
Mit steigenden Graswachstum kann der Weideanteil ausgedehnt oder die Weidefläche ver-kleinert werden. Bei einem Zuwachs von 50 kg TS/ha/Tag können mit einem Weideverzehr von 10 kg TS (ca. 60% der Ration) bereits 5 Kühe/ha nachhaltig gefüttert werden. Nachhaltig heisst in dem Falle, dass diese Futtermenge täglich auch wieder nachwächst. Ist dies nicht (mehr) der Fall, kann die Weidefläche ausgedeht oder mehr zugefüttert werden.
Die Düngungsplanung sollte ebenfalls berücksichtigt werden. Je höher das Wachstum, desto höher der Nährstoffbedarf der Pflanzen.
Futterstaffelung
Es sollte bereits jetzt an die Bewältigung des Futterbergs gedacht werden. Zieht das Graswachstum stark an, besteht die Gefahr, dass nur noch Bestände mit zu hoher oder zu tiefer Eintriebshöhe zur Verfügung stehen. Somit sollte die Konservierung bereits geplant werden. Je früher einzelne überständige Koppeln geschnitten werden können, desto besser die Staffelung der Koppeln. Wird im ersten Schnitt viel Weidefläche ausgeschieden und gleichzeitig gemäht, sind diese gleichzeitig bereit zur Beweidung, was das Einhalten der Eintriebshöhe er-schwert und somit die Futterqualität bzw. Tierleistung reduziert.
Neuansaaten früh nutzen
Neuansaaten vom Herbst werden häufig zu spät genutzt. Eine späte Nutzung im ersten Hauptnutzungsjahr führt zu lückigen Beständen. Um die Grasnarbendichte zu fördern, sollten diese mit leichten Tieren beispielsweise mit jährigem Jungvieh beweidet werden. Beim Beweiden sollten die Keimlinge gut angewurzelt sein. Dies kann mit dem «Zupftest» [1] überprüft werden. Bei diesem Test zieht man am Blatt eines Keimlings. Reisst das Blatt von der Pflanze ist eine Beweidung möglich. Entwurtzelt man die Pflanze beim Test so ist die Fläche noch nicht beweidbar. Ist eine solche Beweidung nicht möglich sollten diese Flächen früh siliert werden. Die frühe Silonutzung generiert zwar höhere Kosten pro dt TS, leistet jedoch einen wichtigen Beitrag zur Pflege der Neuansaat. Nicht nur die Bestockung wird gefördert, auch einjährige Unkräuter werden bereits geköpft. Ein sehr früher Säuberungsschnitt ohne Ernte hilft ebenso bei der Pflege, das eigentlich hochwertige Futter geht jedoch dabei verloren.
Hohenrain, 2. April 2025
Nicolas Marti (BBZN), Martin Zbinden (INFORAMA)
Ausblick auf den nächsten Graswachstumsbericht
- Anleitung für die Grashöhenmessung bei Kurzrasenweide [2]
- Neue digitale Hilfsmittel für Weideplanung [3]
Gallerie
"Die Milchkühe sind bei uns seit 4. März tagsüber auf der Weide und fressen rund 10kg Weidegras pro Kuh und Tag auf der Weide. In der Nacht wird mit Grassilage ergänzt." (Michael Sutter) Bild: Bretzwil BL, 01. April 2025 (M. Sutter)
"Auf über 1000 m im Jura ist es noch etwas kalt, Bise blast ziemlich fest. Heute morgen war est gefroren. Grasswachstum um 33 kg TS/Tag. Weidebegin war 20. März, Unterbruch letzten Samstag und Sonntag weil nass und kalt). Die Milchkühe fressen etwa 50% auf der Weide, der Grasbestand ist sehr dicht und kurz." (Olivier Gerber) Bild: Les Reusilles BE, 01. April 2025 (O. Gerber)
"Wachstum bei uns 54, Weideanteil ca. 70%. Beginn 2. Rotation am 17.03.25, AFC erst bei 300kg/ha. Allerdings waren die letzten weiden bei uns auch so ergiebig dass wir die Kühe abends nochmal für ca. 3 Stunden rausgelassen haben. Flächenzuteilung 90-100a für 80 Kühe, im Stall nachts zwei Rundballen Grassilage (ca. 500kg TS)." (Luisa Rusca) Bild: Muri AG, 01. April 2025 (L. Rusca)
"Der Zustand der Weiden ist nach wie vor gut und das Wachstum liegt bei knapp 100 kg TS pro ha und Tag. Wir vergrössern die Weidefläche etwas und stellen ab heute auf Tag- und Nachtweide um. Somit verringert sich der Futteranteil im Stall deutlich auf vorläufig ca. 20%." (Rolf Hug) Bild: Landquart GR, 02. April 2025 (R. Hug)
"Ich messe zwischen April und Mai ca. 4 Mal die Kurzrasenweide, um die Weidefläche rechtzeitig zu verkleinern. Bis Juni strebe ich eine durchschnittliche, komprimierte Grashöhe von 11 clics (5.5 cm RPM) an. Damit fördere ich eine dichte Grasnarbe und einen guten Nachwuchs, gleichzeitig produzieren wir keine Weidereste und viel Milch." (Martin Zbinden)Bild: Rüschegg BE, 01. April 2025 (M. Zbinden)
"Die Kurzrasenweiden vom Plantahof haben sich (über die leider mit 15 mm immer noch spärlichen) Niederschläge gefreut." (Rolf Hug) Bild: Landquart GR, 02. April 2025 (R. Hug)
Der neue Plantahofdirektor Peter Vincenz wird vom Leiter Feldbau Andri Bonifazi in die Kunst des Grasmessens eingeweiht. Bild: Landquart GR, 02. April 2025 (R. Hug)
Dieser Parzellenteil wird immer besonders tief verbissen, vermutlich bedingt durch die jüngere Anlagedauer und modernere Gräsersorten (SM 460 vor 12 Jahren gesät, Rest ca. 30 jährig). Der Übernutzung wird mit einer häufigeren Güllegabe entgegengewirkt. Bild: Rüschegg BE, 01. April 2025 (M. Zbinden)
Quellen
- "Managing new pasture", [https://www.dairynz.co.nz/feed/f…].
- (2011), "Kurzrasenweide - der Weideprofi misst seinen Grasaufwuchs", [https://www.lfl.bayern.de/mam/cm…]. ,
- "Weideleitfaden. Verbesserung des Tierwohls bei Weidehaltung von Milchkühen.", [https://www.gruenlandzentrum.org…].