Grass10 Newsletter / Das Grass10-Team von Teagasc bringt jeden Dienstag Nachmittag den Grass10-Weide-Newsletter heraus.
Achtung Spoiler: jetzt wisst ihr, wo wir jeweils die Inspiration für unsere eigenen Artikel hernehmen. Ein Auszug aus dem heute erschienenen Newsletter.
"Can grazing begin on your farm?" Diese Frage stellt der heute erschienene Grass10-Newsletter. Nun ja, eine berechtigte Frage, da letztes Jahr auch schon Kühe auf der Weide waren, als ich Mitte Februar in die Skiferien fuhr. Dennoch stellt sich immer die Frage, wie weit wir Empfehlungen aus dem Meer-beeinflussten, milderen Irland auf die Schweiz übertragen können. Im Frühjahr darf man die Empfehlung meist ca. 2 Wochen nach hinten schieben, dann passt es für das im Mittelland recht gut.
So auch diesmal: die aktuellen Bodentemperaturen sind mit 5 bis 7°C in Irland bereits etwas wärmer als in der Schweiz (ca. 3-4°C gemäss Agrometeo) – wobei nicht ganz klar wird, ob die Bodentemperatur ebenfalls in einer Tiefe von 10cm gemessen wird. Somit dürfte auch das Graswachstum bei uns noch kaum angefangen haben, im Gegensatz zu Irland mit ca. 6-10kg TS/ha/Tag. Gemein hat die Insel die erwarteten Regenfälle in den nächsten Tagen.
Frühlings-Weide-Vormittage in deiner Nähe (Werbung für Flurgänge der Beratung)
Düngerapplikation diesen Frühling
Erstellen der ersten Grasvorrats-Messung und des Gras-Budgets
Weidebeginn prüfen
Laut Grass10 kann mit Weiden begonnen werden, sobald die Grasbedeckung wenigstens 700 (bis 1000) kg TS/ha beträgt. Dies entspricht ca. 6.5cm oder 13 clics mit dem Rising Plate Meter (RPM).
Zunächst sollte mit einem Weidegang von einigen Stunden pro Tag angefangen werden. Dies kann so gelöst werden, dass die Kühe nach dem Morgenmelken nicht mehr gefüttert werden und dann vor dem Mittag hungrig auf eine Weideportion gelassen werden. Gezieltes, kurzes Beweiden sollte vor allem dann eingehalten werden, wenn es regnerisch und nass ist wie in den nächsten Tagen.
Zunächst sollten 6 kg TS pro laktierende Kuh und Tag zugewiesen werden. Sofern die Portionen sauber abgefressen werden, kann die Grasmenge alle paar Tage erhöht werden.
Interessanterweise scheinen die Iren das grossflächige Überweiden im Frühjahr, welches bei uns oft empfohlen wird, nicht zu kennen. Es gilt zu bedenken, dass die dichten Raigrasbestände in Irland nicht mit unseren artenreicheren Naturwiesen zu vergleichen sind. Gerade in vorwiegend geschnittenen Naturwiesen kann ein früher Weidegang die Kräuter zurückdrängen und rasenbildende Gräser fördern. Zudem spricht nichts gegen eine Überweidung von noch kürzeren
Frühlings-Gras-Budget erstellen (zu Punkt 4)
Aufgrund des bereits vorhandenen Grasbewuchs von ca. 600 - 800 kg TS/ha wird für Irland geraten, bereits bis zu 1/3 der Tagesration an Weidefutter einzuplanen. Natürlich kann dies noch nicht verallgemeinert werden: Auf Grund der tatsächlich gemessenen durchschnittlichen Grasvorräte (Average Farm Cover AFC, in kg TS/ha), der verfügbaren Fläche und der Futteraufnahme sollte ein Frühlings-Gras-Budget erstellt werden. Ein Beispiel: Beispiel für Frühlings-Weidezuteilung. Quelle: Teagasc Grass10 Newsletter
Schlussfolgerung
Übersetzt in unsere Verhältnisse heisst das: Die Grashöhe messen, sobald die Weiden ergrünen. Und dann mutig drauf los, wenn die Bodenbedingungen es zulassen – gerade wenn Bestände gemäss obigen Zahlen schon recht hoch aus dem Winter kommen. Für die nächsten Tage heisst es aber auch für Irland: Wegen Regenwetter stundenweise Beweidung vorziehen und Kühe nur hungrig und zum Fressen auf die Weide lassen.